Unterricht

Waldorfschule:
Mehr als Stricken & Tanzen

Waldorfschulen sind oft von Klischees umgeben: Man hört von Stricken, Tanzen und kreativem Gestalten. Doch was viele nicht wissen: An Waldorfschulen werden alle klassischen Schulfächer unterrichtet – und das auf hohem Niveau. Der Unterricht folgt dabei einem besonderen Konzept, das kognitives, kreatives und praktisches Lernen miteinander verbindet.

Ein breites Fächerspektrum – wo Wissen lebendig wird

Natürlich gibt es auch an Waldorfschulen das volle Spektrum an Unterrichtsfächern, wie man es von staatlichen Schulen kennt.

  • Deutsch: Schreiben und Lesen
  • Mathematik: von den Grundlagen bis zur höheren Mathematik
  • Sprachen: Englisch und Französisch
  • Naturwissenschaften: Biologie, Chemie und Physik mit praxisnahen Experimenten
  • Gesellschaftswissenschaften: Geschichte, Geographie, Sozialkunde
  • Kunst: Malerei, Zeichnen, plastisches Gestalten
  • Musik: Musiktheorie und -geschichte, Chor, Instrumentalunterricht
  • Sport und Bewegung: neben klassischem Sportunterricht auch Eurythmie, eine Bewegungskunst, die Musik und Sprache in ausdrucksstarke Bewegungen umsetzt

Der Unterricht in diesen Fächern ist nicht nur breit gefächert, sondern auch intensiv und anspruchsvoll.

Das Ziel ist es, den Schüler:innen nicht nur Wissen zu vermitteln, sondern sie zum eigenständigen Denken, Forschen und Verstehen zu ermutigen.

Praktische Fähigkeiten als Teil der Allgemeinbildung

Ein besonderes Merkmal der Waldorfpädagogik ist die Förderung von handwerklichen und praktischen Fähigkeiten.

  • Holz- und Metallverarbeitung
  • Gartenbau
  • Handarbeit (ja, auch Stricken gehört dazu – aber eben nicht nur!)

Diese Fächer schulen nicht nur die Feinmotorik und das handwerkliche Geschick, sondern auch Geduld, Ausdauer und Kreativität. Praktisches Arbeiten ergänzt den theoretischen Unterricht und trägt dazu bei, dass Schüler:innen ein umfassendes Verständnis von ihrer Umwelt entwickeln.

Das Epochensystem – Lernen in intensiven Phasen

Ein zentrales Element des Unterrichts ist das Epochensystem. Anders als im klassischen 45-Minuten-Takt an vielen Schulen wird hier ein Fach für etwa drei bis vier Wochen intensiv behandelt. Dieses Fach steht jeden Morgen im sogenannten „Hauptunterricht“ für rund 90 Minuten im Fokus und ermöglicht so ein intensives Eintauchen und Vertiefen eines Themas.

Ob es um Mathematik, Naturwissenschaften oder Geschichte geht – die Schüler:innen können sich voll und ganz auf das jeweilige Fach konzentrieren und entwickeln so ein tiefes Verständnis für komplexe Zusammenhänge.

Fazit: Waldorfschulen sind also weit mehr als die bekannten Klischees.

Hier wird gelernt, geforscht, gestaltet und entdeckt. Die Kombination aus klassischen Fächern, künstlerischem Ausdruck und praktischen Fähigkeiten schafft eine Lernumgebung, die den ganzen Menschen fördert – und damit eine solide Basis für das Leben nach der Schule legt.

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